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Wandlautsprecher FRAME

Die Suche nach einem geeigneten Küchenlautsprecher kann sich manchmal als schwierig erweisen. Wir haben uns dazu einmal in den einschlägigen Märkten umgesehen. Da gibt es z.B. diese Unterbauradios, Radiorecorder oder Midi-Stereoanlagen. Alle haben einen Nachteil. Die Lautsprecher sind in einem Plastgehäuse eingebaut und klingen entsprechend. Abgesehen von der Qualität des FM-Empfanges, der bei diesen Geräten auch nicht Hifi tauglich ist. Hier müssen also eigene Lösungen gefunden werden.
Lautsprecher FRAMEBauanleitungen in den Fachzeitschriften zeigen schon viele Lösungen, aber eine Standbox passt nicht in die Küche und ein Pc-Lautsprecher stört auf dem Küchentisch. Unsere Wahl ist auf den Wandlautsprecher FRAME gefallen, der ursprünglich als Rearspeaker konzipiert war. Die folgende Anleitung basiert auf den Bauvorschlag von Monacor International.

Seine Daten konnten überzeugen, da trotz der geringen Größe der Box immerhin ein Frequenzgang von 68 ...20000 Hz ermöglicht wurde. Die Entwickler der Box haben hier sehr geschickt die Vorteile der Autolautsprecherchassis genutzt. Im Pkw hat man, wie auch hier, nur begrenzt Platz. Andererseits muß man nicht zwingend Konzertsaal-Qualität erzeugen, die aufgrund der Raumgröße ohnehin nicht zu erreichen ist. Deshalb wurden zwei Chassis mit Neodymmagneten verwendet, die sich durch gute Leistung und kleine Einbautiefe auszeichnen. Man hat hier simpel den Magneten ins Korbinnere verlagert, um Bautiefe zu sparen. Dieser Trick funktioniert aber nur bei der hohen Feldstärke der Neodymmagneten.

Lautsprecher, wie der NeoKick und der DT-284 machen Mut zum Boxenselbstbau. Erstens erhält man bei günstigem Preis-Leistungs-Verhältnis modernste Lautsprechertechnologie. Zweitens findet man diese Lautsprecher nicht in den üblichen Boxen wieder. Also, der Versuch lohnt sich.

Technische Daten der Carpower Lautsprecher:
 
Neokick 165
DT-284
Typ Tief-Mittelton Hochton
Max. Belastbarkeit 2 x 120 W 100 W
Frequenzbereich max. - 5000 Hz - 20000 Hz
Resonanzfrequenz 63 Hz 1300 Hr
Impedanz 2 x 4 Ohm 4 Ohm
Membran 3 lagige Kunstfaser-Laminat-Membran 28 mm Seidenmembran
Magnet Neodym Neodym
Aussendurchmesser 165 mm 60 mm
Gesamthöhe 60 mm 21,7 mm
Einbauöffnung 145 mm 45 mm
Gewicht 800 g 170 g

Dieses System wird übrigens auch als Carpower NEOSET 2-Wege-System angeboten. Carpower setzt damit neue Maßstäbe in der Oberklasse. Die perfekten klanglichen und leistungsmäßigen Eigenschaften werden erzielt durch:

Und nun kommen wir zu den Arbeiten.

Fräs- und Sägearbeiten der Gehäuseteile:

Vorbereiten Die Gehäusefront wurde in der Größe 400 x 300 mm aus 18 mm Multiplex ausgesägt. Um Nacharbeiten zu vermeiden sollte hier schon ein feines Sägeblatt verwendet werden (z.B. Feinzahn 48 Zähne). Es empfiehlt sich ein Hartmetallsägeblatt, da der Verschleiß bei geklebten Platten ansonsten enorm ist. Hersteller geben an, dass bereits nach 50 Sägemetern in MDF auch ein Hartmetallblatt nicht mehr scharf ist. Die vorderen Kanten werden hier noch mit einem Abrundfräser bearbeitet.
Hier sieht man die Anwendung eines Stangenzirkels beim Fräsen. Als Fräser verwenden wir einen 25 mm Nutfräser. Der Zirkel wird auf den Aussendurchmesser des NeoKick von 165 mm eingestellt. In mehreren Stufen kann man dann die Frästiefe von 7 mm erzielen.
Leider sind die 165 mm bei diesem Fräser auch schon die kleinste erzielbare Öffnung. Für kleinere Durchmesser benötigt man Frässchablonen.
Senke fräsen
gefräste Nut So muss die gefräste Nut für den NeoKick aussehen. Keine Ausfransungen an den Kanten. Dies erreicht man nur durch scharfe Werkzeuge, gut ausgewuchtete Oberfräsen und kleine Schnittiefen. In der Nut wird der Lautsprecherkorb versenkt. Man beugt so störenden Interferenzen vor. Hochtöner freuen sich über glatte Kanten, dies wirkt sich auch klanglich aus.
Zum Nutfräsen für den Hochtöner ist mit einem Zirkel nichts mehr zu machen.
Hier fertigen wir eine Frässchablone. Die Oberfräse erhält dann einen Anlaufring, der den Fräser an der Innenseite der Schablone führt. Die Schablone kann aus simplem Abfallholz mittels Lochsäge hergestellt werden.
FräskopfFrässchablone
Arbeit mit der Frässchablone Und so arbeitet man dann mit der Selbstbau Frässchablone.
Der Sitz des Hochtöners wurde bereits mit einer Frässchablone gefertigt. Nun muß die Bohrung noch mit einer 46 mm Lochsäge eingebracht werden. Dazu ist unbedingt eine Bi-Metall Lochsäge zu verwenden. Andere Artikel sind schon bei der ersten Bohrung reif für die Mülltonne. Empfehlenswert ist die Verwendung einer Tischbohrmaschine. Um den Verschleiß in Grenzen zu halten wählt man eine niedrige Drehzahl. Obwohl die Sache einfach aussieht, wird man wohl Lehrgeld zahlen müssen. Lochkreissäge
Schleiffächer Und hier sieht man bereits das erste Dilemma. Obwohl der
Hochtöner lt. Zeichnung 46 mm Einbaudurchmesser haben soll, sind es 46,5 mm. Ein gewaltsames Einfügen bringt wohl nichts, also vorsichtig mit einem Schleifpapierfächer aufweiten.
Auch der Lautsprecherausschnitt des NeoKick wird mittels Lochsäge gefertigt.
Hier wäre auch eine Stichsäge möglich, da die teilweise unsauberen Kanten durch den Lautsprecher verdeckt werden.
Der kleinste Einbaudurchmesser des NeoKick beträgt 142 mm. Diese Lochsäge bekommt man jedoch nicht zu kaufen. Also 140 mm und mit einer Halbrundraspel leicht aufweiten.
Lochkreissäge
Fase Mit dem 45 grd. Fasefräser werden die Strömungsverhältnisse vom Chassis verbessert. Der Fräser wird mit dem Anlaufkugellager an der Innenseite der Bohrung geführt.
Die Seitenteile wurden entgegen der Bauanleitung nicht aus 10 mm MDF, sondern besser aus 18 mm Birkenmultiplex gefertigt. Dies bringt mehr Stabilität. Für die 45 grd. Schnitte an den Kanten ist ein stabiler Winkelanschlag der Kreissäge unerlässlich. 45 grd. Schnitt
Falzen Zur besseren Ansicht soll die Rückwand eingelassen werden. Dazu müssen die Seitenteile gefalzt werden. Die Oberfräse läuft dabei auf einem Hilfsbrett. Genutzt wird ein Falzfräser mit Anlaufkugellager.
Und so sehen die fertigen Seitenteile aus. Seitenteile

Zusammenbau der Gehäuseteile:

Verwendung von Eckspannern Das Verleimen muss sehr sorgfältig erfolgen. Hier werden sogenannte Eckspanner von Wolfcraft verwendet. Zur Sicherheit und um den erforderlichen Pressdruck zu erhalten kommt noch ein Bessey-Bandspanner um die Seitenteile herum. Herausquellender Leim sollte sofort abgewischt werden. Verwendet werden kann jeder handelsübliche Weißleim.
Nach dem Zusammenbau wird grundiert. Entweder mit Füller oder Isoliergrund. Da sich die Holzfasern danach aufrichten, ist die Oberfläche nun rauher als vorher. Also folgt Schleifen. Dabei Schleifpapier der Korngrößen 180...240 verwenden. Möglichst Schleifpapier für Farbe verwenden, das Holz Schleifpapier setzt sich schneller zu. Auch den Pinsel nach der Farbsorte wählen, hier blau, wegen der Acrylfarbe. Grundierung
Einkleben des Steges Dieser Steg muss unbedingt eingeklebt werden. Hier wird die Rückwand festgeschraubt. Ansonsten kann es zum unliebsamen Mitschwingen kommen.
Das ist nun die Innenansicht des fertiggestellten Gehäuses. Die Befestigungen für die Lautsprecher sind bereits vorgebohrt. Innenansicht
Gehaeuse So sieht das vorgefertigte Gehäuse von hinten aus.

Frequenzweiche:

Frequenzweiche Für die Frequenzweiche eignet sich eine vorgefertigte Modul-Leiterplatte von Intertechnik.
Für eine 12 dB Weiche sind die Bauteile schon vorgezeichnet. Da unsere Weiche noch ein Korrekturglied hat, muß sie ein wenig angepasst werden. Der Kondensator C1 ist zusätzlich anzubringen, dazu muss noch eine Bohrung für den Masseanschluss von C1 eingebracht werden. Leiterplatte
Leiterplatte bestueckt So sieht die fertige Leiterplatte aus. C1 wurde ein wenig gequetscht. Die Widerstände sind im Original mit 1 x 20 und 2 x 10 Watt angegeben. Diese Leistung ist nicht notwendig, die Hälfte der Leistung reicht völlig.
Zur Befestigung der Luftspulen sind unbedingt Messingschrauben zu verwenden. Es werden möglichst Mox-Widerstände und Audyn Cap MKP Kondensatoren verwandt.

Zusammenbau:

Das vorbereitete Gehäuse ist nun bereits 4 mal mit Acryl Lack gestrichen und anschließend geschliffen worden. Nach meinem Ermessen bringt weiteres Streichen und Schleifen keinen nennenswerten Vorteil.
Die Bohrungen für die Lautsprecherbefestigungen sind eingebracht.
vorbereitetes Gehaeuse
Einbau Die Verdrahtung der Weiche mit den Lautsprechern erfolgt mittels Kfz-Klemmen. Die sollten mit Kontaktfett behandelt werden. Die Weiche ist auf Stützen befestigt. Der obere Raum wird mit Dämmmaterial gefüllt. Moosgummi dient zur Abdichtung.
Die Rückwand wird fest verschraubt, da diese sonst mitschwingt. Der Anschluß wird mit dem Terminal T 56/56 realisiert. Rueckwand
fertiger Lautsprecher Der Lautsprecher ist fertig!
Im Originalplan ist noch ein Bespannrahmen vorgesehen. In diesem Fall haben wir darauf verzichtet und das mit dem Lautsprecher gelieferte Lochgitter mit schwarzem Silikon eingeklebt. Problematisch ist das Brünieren der Schrauben für den Hochtöner. Entweder man sucht die richtigen Schrauben, arbeitet mit der Sprayflasche oder benutzt Brüniermittel aus dem Waffenzubehör.

Abschließend noch ein Link auf das Bauvorschlagsheft von Monacor:

Monacor

Nun, haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann können Sie auch sofort mit dem Selbstbau beginnen. Sinnvollerweise bauen Sie natürlich 2 Boxen für eine Stereoanlage. Folgende Komponenten, die Sie in unserem Shop wiederfinden, werden dafür benötigt:

Sie werden im Shop ein sehr günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis erkennen können. Den Bausatz stellen Sie entweder selbst zusammen oder beziehen einen kompletten Bausatz für ein Paar Lautsprecher, unter Frame.

Für den Selbstbau wünschen wir Ihnen viel Erfolg. Hinweise nehmen wir gern per E-Mail entgegen.